Was hat Projektmanagement mit Bergsteigen gemeinsam?
Ein Gipfel wird nicht erobert, weil man gross träumt, sondern weil man Etappen plant, umkehren kann und trotzdem weitergeht — genau wie in Projekten.

Wer mich kennt, weiss: In den Bergen finde ich Klarheit. Und je öfter ich dort unterwegs bin, desto mehr erkenne ich — Projektmanagement und Bergsteigen haben mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick vermutet.
Beide beginnen mit einem Ziel, das weit oben liegt. Der Gipfel – oder das fertig umgesetzte Projekt. Doch niemand startet am Fuss eines Berges und denkt nur an den Gipfel. Man zerlegt die Tour in Etappen: Aufstieg, Schlafplatz, Schlüsselstelle, Gipfeltag. Genau so leite ich Projekte – in klar strukturierte Phasen mit messbaren Zwischenzielen.
Im Berg gehört eine gute Routenplanung ebenso dazu wie eine realistische Einschätzung der eigenen Kräfte. In Projekten heisst das: Machbarkeit prüfen, Ressourcen ehrlich planen und Risiken kennen, bevor sie eintreten. Wetterfenster wechseln, Zugänge rutschen ab – auch der beste Plan muss anpassbar bleiben.
Eine wichtige Lektion des Berges: Der Weg nach oben führt selten geradlinig. Manchmal bedeutet ein Umweg Fortschritt. Manchmal ist Umkehren keine Niederlage, sondern Professionalität – ein guter Bergsteiger wie eine gute Projektleiterin erkennt, wann die Anpassung eines Zwischenziels das grosse Ziel rettet.
Und dann ist da die Teamarbeit. Am Berg geht niemand wirklich allein: Man sichert sich gegenseitig, teilt Lasten, spricht offene Risiken an. In Projekten ist es nicht anders – interdisziplinäre Teams erreichen Gipfel nur dann, wenn Vertrauen, klare Kommunikation und gemeinsame Verantwortung stimmen.
Am wichtigsten aber ist: Beides lebt vom Durchhalten bei gleichzeitigem Loslassen. Man gibt alles für den Moment – und bleibt doch gelassen, wenn sich die Bedingungen ändern. Wer nur auf den Gipfel starrt, übersieht den nächsten sicheren Tritt.
Vielleicht ist das die schönste Gemeinsamkeit: Sowohl am Berg als auch im Projekt feiert man am Ende nicht nur den Gipfel, sondern den gemeinsamen Weg – und geht gestärkt aus der nächsten Herausforderung hervor.
💬 Und wie sieht das bei dir aus? Erlebst du Projekte eher als Bergtour oder als Sprint? Ich freue mich auf deine Perspektive!